Was bringt eine SSD?

Sie kennen das bestimmt: Nur mal kurz etwas nachschauen und dazu den PC anmachen. Das Hochfahren dauert normalerweise schon recht lange, aber dieses Mal muss auch noch irgendein Windowsupdate konfiguriert werden …   Schnell sind so mehrere Minuten um, und aus „kurz“ etwas nachschauen wird wieder nichts.

Manchmal liegt dies an zu wenig Arbeitsspeicher – meistens ist aber die Festplatte schuld. Darauf sind auf rotierenden Scheiben all Ihre Daten gespeichert und werden bei jedem Programm- und Systemstart von dort geladen. Wenn Sie Ihren Computer schon eine Weile benutzen, haben sich bestimmt ein paar (oder auch ein paar mehr) Programme in den Autostart eingenistet. Bis all diese Daten geladen und verarbeitet sind dauert es dann manchmal quälend lange.

Eine SSD kann hier Abhilfe schaffen. Die Art und Weise, wie die Daten gespeichert werden unterscheidet sich völlig von der bei Festplatten. Bei SSDs gibt es keine beweglichen Teile und man kann sich das ein bisschen wie einen sehr großen USB-Stick vorstellen. Keine beweglichen Teile bedeutet, dass die Ladezeiten deutlich reduziert werden. Bei einer Festplatte werden z. B. üblicherweise Zugriffszeiten von ca. 8 Millisekunden angegeben, bei Notebook-Festplatten mit ca. 12 Millisekunden noch etwas mehr.

Bei einer SSD hingegen liegen die Zugriffszeiten bei ca. 0,1 Millisekunden, das ist also 80 bis 120 Mal so schnell! Beim Systemstart, bei dem viele kleine Dateien geladen werden, wirkt sich dies natürlich sehr positiv aus. Gehen wir einmal von 1.000 Dateien aus, dauert dies bei den Festplatten 8000 bis 12000 Millisekunden, also 8 bis 12 Sekunden. Bei einer SSD wären das 100 Millisekunden, also nur 0,1 Sekunde!

Natürlich müssen diese Daten auch alle verarbeitet werden, sodass der Start in der Realität nicht um diesen Faktor schneller wird – trotzdem ist er massiv spürbar.

Damit Sie von einer SSD profitieren können, muss diese Ihre alte Festplatte ersetzen. Die bestehenden Daten müssen also von der Festplatte auf die SSD kopiert werden – dazu wird die gesamte Partition oder besser noch der gesamte Festplatteninhalt auf die SSD übertragen. Wenn im Gehäuse Platz ist, kann Ihre alte, geleerte Festplatte dann als zusätzlicher Datenspeicher fungieren.

Dabei ist zu beachten, dass SSDs (noch) teurer sind als Festplatten, und das ist auch der Grund, warum in günstigen Computern noch immer primär Festplatten verbaut werden. Für den Preis von 50 Euro erhalten Sie beispielsweise eine Festplatte mit 1.000 Gigabyte, eine SSD für 50 Euro besitzt dagegen nur 128 Gigabyte. Den besten Preis-Leistungs-Kompromiss bei SSDs stellen aktuell Modelle mit ca. 256 Gigabyte dar, diese gibt es für ca. 90 Euro und bieten genügend Platz für das Betriebssystem und alle üblichen Programme. Große Bilder- oder Videosammlungen passen dann aber nicht mehr drauf, hierfür kann man aber beispielsweise eine (natürlich etwas langsamere) Festplatte zusätzlich einbauen.

Aber Achtung: Haben Sie sich einmal daran gewöhnt, möchten Sie auf keinem Computer diesen Geschwindigkeitsvorteil mehr missen!

 

Übrigens: SSD steht für Solid State Drive, wortwörtlich „Festzustandslaufwerk“, vielleicht ist die Formulierung „Halbleiterlaufwerk“ aber etwas hilfreicher. Ist aber doch auch eigentlich egal, oder? 😉

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